Perspektiven für Förderschüler durch Qualifizierungsmaßnahmen
3. Tag der Lehrerinformationstage
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| Kerstin Adrian und Christoph Guckenbiehl (im Hintergrund) lernen das Friseurhandwerk in der Praxis kennen. |
„Lange bevor die Politik die Notwendigkeit der umfassenden Förderung benachteiligter Jugendlicher thematisierte, hat die HwK Koblenz gehandelt und gemeinsam mit der ADD und den Schulen zukunftsweisende Perspektiven erarbeitet“, bedankte sich Regierungsschuldirektorin Dr. Ingeborg Thümmel von der Schulaufsicht Koblenz für die kontinuierliche Kooperation. „Ich bin überzeugt, dass Sie wie schon in den Jahren zuvor vom Förderschultag theoretisch und praktisch profitieren werden“, richtete sie sich an die Lehrer. In drei Workshops informierten diese sich über Möglichkeiten der Berufsberatung, -vorbereitung und -ausbildung.
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| Daniela Rabante aus Koblenz ist fest entschlossen, ihren Hauptschulabschluss bei der HwK Koblenz zu meistern. Die 23-Jährige ist Mutter von vier Kindern im Alter von ein bis sieben Jahren. „Mein ältester Sohn wurde in diesem Jahr eingeschult. Ich werde mit ihm zusammen lernen.“ Später möchte sie Bürokauffrau werden. „Es ist nicht alles so gelaufen, wie ich es wollte. Jetzt ordne ich noch einmal mein Leben“, bekennt sie. |
Im September startete die HwK mit der Agentur für Arbeit Koblenz erstmals eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, die speziell auf die Stärken und Schwächen Jugendlicher mit Behinderung ausgerichtet ist. Diese „BvB-Reha“ ist zukunftsweisend für eine individuelle Berufskarriere der jungen Leute. In Qualifizierungsphasen von zehn bis zwölf Monaten werden die Teilnehmer in Theorie und Praxis intensiv geschult. Sie orientieren sich zunächst in den Bereichen Hauswirtschaft, Lager/Handel, Bau- und Metalltechnik. Die Qualifizierung erfolgt auf dem Ausbildungsniveau abgestufter Berufe wie Metallfeinbearbeiter, Baufachwerker oder Hauswirtschaftshelfer. „Die Jugendlichen sollen in pädagogisch betreuter Umgebung ihre Fähigkeiten und Neigungen entwickeln, um so Zugang zu ihrem Wunschberuf zu finden“, betont Ulrich Meinhard, Pädagoge und Leiter der neuen Maßnahme bei der HwK. Bei Bedarf besteht auch die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss nachzuholen.
Nach der Theorie bekamen die Lehrer in den HwK-Werkstätten einen Einblick, welche theoretischen und praktischen Anforderungen an die jungen Leute während ihrer Orientierungs- und Lehrzeit gestellt werden. „Ich bin schon zehnmal dabei und immer wieder vom Angebot angetan. In diesem Jahr wollte ich in einen eher frauentypischen Beruf schnuppern“, begründet Christoph Guckenbiehl von der Förderschule Kaisersesch seine Praxiswahl in der Friseurwerkstatt. Zum ersten Mal ist Kerstin Adrian von der Förderschule in Kirn bei der HwK. „Viele Mädchen in meiner Klasse interessieren sich für den Friseurberuf. Ich bin erstaunt, wie hoch die theoretischen Anforderungen sind.“ Klaus Schemann von der Burggartenschule Hachenburg hat sich für die praktische Arbeit im Metallbereich entschieden. „Für uns, die wir nicht aus dem gewerblichen Bereich kommen, ist es sehr interessant, nicht alltägliche Arbeitstechniken zu üben und von Fachkräften Hilfen für den Transfer in der Schule zu bekommen.“
Informationen bei der Pädagogischen Anlaufstelle, Tel.: 0261/ 398-324, Fax: -989, E-Mail: pa@hwk-koblenz.de, Internet:
www.hwk-koblenz.de