Jugend ist besser als ihr Ruf
30. Lehrerinformationstage bei der HwK: Orientierung an Werten -
Praxistage für Lehrer
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| Professor Dr. Jürgen Falter beleuchtete in seinem Impulsreferat das Verhältnis der Jugend zu Werten. |
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| HwK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert (l.) eröffnete die 30. Lehrerinformationstage. |
Die jungen Leute sind pünktlich, fleißig, hilfsbereit und zuverlässig, aber weniger kritisch, eher angepasst. Eigene Fähigkeiten und Ziele zu verwirklichen zählt mehr, als sich durchzusetzen. So das Resümee zahlreicher Befragungen junger Leute zwischen 15 und 29 Jahren, das Professor Dr. Jürgen Falter in seinem Impulsreferat zum Auftakt der 30. Lehrerinformationstage bei der HwK Koblenz zog. Fazit: Die Jugend ist besser als ihr Ruf.
„Der Erfolg von 30 Jahren Lehrerinformationstage liegt auch für die Zukunft im Dialog zwischen Schule und Wirtschaft“, resümierten HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag und Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert. Abteilungsdirektor Wolfgang Redwanz von der Schulaufsicht verwies auf die gemeinsame Verantwortung für die Jugendlichen und dankte der HwK für „das enorme Engagement“.
„Das Comeback der Disziplin?“ lautete das Thema des ersten Tages der in ihrer Art einzigartigen Veranstaltung in Deutschland. „Den jungen Leuten muss klar werden, dass es kein Widerspruch ist, pünktlich und zugleich unabhängig zu sein“, führte Falter, Politikwissenschaftler an der Universität Mainz, aus. Nach seinen Erhebungen sind Jugendliche zunehmend bereit, anderen zu helfen und auch Verantwortung zu tragen. Reines Freizeitdenken spielt eine eher untergeordnete Rolle. Persönliche Bereiche wie Familie und Freunde sind ihnen wichtiger als gesellschaftliche wie Politik, Kultur und Religion. Rücksichtsnahme und Pflichtbewusstsein dominieren gegenüber einer Spaßgesellschaft. „Auch der Leistungswille liegt im positiven Bereich.“
In der Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, ob ein Verlust an Werten in der Schule an die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz gekoppelt sei. Pessimismus wachse, wenn sich berufliche Wünsche nicht verwirklichen ließen. Arbeitslose Jugendliche blickten düster in die Zukunft. Helene Dax, Dax MetallForm Cochem, berichtete von einem Schüler, den sie „durch gutes Zureden der Lehrer“ in die Ausbildung übernommen hatte und der heute zu ihren motiviertesten Mitarbeitern zählt. Tilman Boehlkau, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, forderte die Eltern auf, bei der Werteerziehung mit den Lehrern und den Ausbildern stärker an einem Strang zu ziehen. Gymnasiastin Cecilia Grebing bestätigte: „Die Schule tut viel. Die Werte, die hier vermittelt werden, müssen aber auch im Elternhaus gelebt werden.“
Informationen bei der Pädagogischen Anlaufstelle, Tel.: 0261/ 398-324, Fax: -989, E-Mail: pa@hwk-koblenz.de, Internet:
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