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Jahrgänge 1997 - 2007

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Herz für Beeinträchtigte

Autohaus Bell in Nister für soziales Engagement geehrt

Das Autohaus Bell in Nister bei Hachenburg wurde in diesen Tagen gleich zweimal für sein soziales Engagement geehrt. Das Unternehmen bekam den Landespreis des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit aufgrund seiner Verdienste für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen und den Preis der Stiftung Geisberg, Bad Marienberg, für die Unterstützung psychisch kranker Menschen.

Foto: Bruno Bell, selbstständiger Kfz-Mechanikermeister (Mitte) mit seinen Mannen.
Bruno Bell, selbstständiger Kfz-Mechanikermeister (Mitte) mit seinen Mannen.

Im Unternehmen arbeiten vier schwerbehinderte Menschen, die in der Verkaufsberatung, in der Verwaltung und in der Werkstatt eingesetzt sind.

Akzeptanz statt Quote

„Mir geht es nicht darum, eine Quote zu erfüllen, sondern ich will Menschen mit Beeinträchtigungen eine Chance auf berufliche Teilnahme am Leben eröffnen“, so Kfz-Mechanikermeister Bruno Bell, seit 1982 Inhaber des Westerwälder Autohauses. Er sagt es ohne Pathos. Seine soziale Motivation nimmt man dem 50-jährigen Unternehmer ab. „Mein Fernziel war es, einmal als Sonderschullehrer zu arbeiten. Deshalb habe ich nach der Kfz-Mechanikerlehre das Abitur nachgeholt und zunächst Sozialarbeit studiert. Verschiedene Umstände in der Familie haben schließlich dazu geführt, dass ich das 1962 von meinem Vater gegründete Autohaus übernommen habe. Das soziale Engagement ist aber geblieben“, erzählt er.

„Psychisch beeinträchtigte Menschen brauchen Lebenshilfe, sie brauchen eine Arbeit, die sie aus dem Fernsehsessel reißt und aus dem dumpfen Rhythmus der Resignation. Ihre Defizite werden regelmäßig stärker bewertet als ihre Fähigkeiten und Leistungen. Das Autohaus Bell bemüht sich um Arbeits- und Praktikumsplätze für diese Menschen und um deren Betreuung“, heißt es in der Begründung für den Stiftungspreis. Ein kaufmännischer Angestellter hat eine psychische Erkrankung. Für ihn ist es wichtig, „Aufgaben zu haben und gebraucht zu werden“. Er arbeitet im 3. Jahr in der Verwaltung des Autohauses. „Mein in ihn gesetztes Vertrauen erfüllt er voll“, so sein Chef.

Das gilt auch für einen Kfz-Mechaniker, der nach einer schweren Herzerkrankung seinen Beruf aufgeben musste und jetzt im Unternehmen einen Shuttledienst (Holen und Bringen von Kundenfahrzeugen) übernommen hat. Ein gelernter Dachdecker, nach einem Gehirntumor berufsunfähig, bekam in der Waschanlage des Autohauses eine neue berufliche Aufgabe. Ein Diabetiker steht als Verkaufsberater seinen Mann.

Auch Ausbildung ist für Bruno Bell eine Selbstverständlichkeit. Sieben Lehrlinge sind derzeit im Unternehmen. „Es ist einfach traurig, wenn junge Menschen auf der Straße stehen, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Wir brauchen sie und sie brauchen uns“, betont er.

Steckbrief: Autohaus Bell, Nister
Gegr. 1962 | 35 Mitarbeiter, darunter 7 Lehrlinge | Werkstatt, Service, Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen | Internet: www.autohaus.ford.de/bell

 
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