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Ab dem Jahrgang 2008 ...

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Jahrgänge 1997 - 2007

Die Jahrgänge 1997 bis 2007 stehen in der bisherigen Form zur Verfügung. Die Beiträge sind nach Jahrgang und Ausgabe mit Inhaltsübersicht gegliedert.

Zu erreichen sind sie über

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50 Jahre Meisterschaft - Ein Leben für das Handwerk

HwK Koblenz verleiht Handwerkssenioren Goldenen Meisterbrief -
Veränderungen im Handwerk aktiv und meisterlich gestaltet

Foto: HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag (l.) gratulierte 120 Handwerkssenioren zu ihrem Godenen Meisterbrief und dankte ihnen für den jahrzehntelangen Einsatz für das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz.
HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag (l.) gratulierte 120 Handwerkssenioren zu ihrem Godenen Meisterbrief und dankte ihnen für den jahrzehntelangen Einsatz für das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz.

„Die 50 Jahre sind wie im Flug vergangen. Viel hat sich im Handwerk verändert, aber immer noch gilt der Grundsatz: Wer sich regt und engagiert, kann nur gewinnen“, so Adolf Klein, Elektroinstallateurmeister aus Bad Kreuznach. Er und weitere 120 Handwerkssenioren waren nach Koblenz gekommen, um den Goldenen Meisterbrief in Empfang zu nehmen.

Foto: In einer familiären Feier ließ HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag 50 Jahre Handwerksgeschichte Revue passieren.
In einer familiären Feier ließ HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag 50 Jahre Handwerksgeschichte Revue passieren.

Mit dem Goldenen Meisterbrief ehrt die HwK Koblenz in diesem Jahr Handwerksmeisterinnen und -meister, die 1956 ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Adolf Klein wurde von seiner Ehefrau Elfriede begleitet. „Man muss alt sein, um geehrt zu werden. In diesem Jahr ist alles golden: Goldene Hochzeit, Goldene Konfirmation, Goldenes Sportabzeichen, Goldener Meisterbrief. Am goldigsten aber ist meine Frau“, lacht der rüstige 80-Jährige, der bei RWE in leitender Position tätig war. „Der Meisterbrief war meine Sicherheit, die Basis für meine Tätigkeit“, betont er. Auch andere Goldene Meister waren mit ihrer Familie zur Ehrung gekommen.

18.250 Tage Leben für das und mit dem Handwerk

„50 Jahre Meisterschaft - 50 Jahre, das sind 18.250 Tage Leben für und mit dem Handwerk. Tage, die Sie stündlich erlebten und manchmal durchleben mussten. Das ist eine herausragende Leistung, die wir mit der Verleihung der Goldenen Meisterbriefe würdigen möchten“, begrüßte HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag die Handwerkssenioren. „Der Dreiklang Lehrling - Geselle - Meister hat Bestand. Das, was Sie vor 50 Jahren erreicht haben, wird von uns heute immer noch als erstrebenswertes Ziel für die junge Generation formuliert. Der Titel Meister hat nichts an Attraktivität verloren. Er bedeutet immer noch Können und Führungsqualität innerbetrieblich und Vertrauen in die Leistungsfähigkeit nach außen“, so Scherhag in seiner Laudatio. >>>

Foto: Putzmachermeisterin Hannelore Lenze mit ihren beiden ersten Lehrlingen, Gerda Weber (l.) und Helga Fries (r.). Foto: Goldschmiedemeister Erich Hornberger mit Frau Elfriede.
Putzmachermeisterin Hannelore Lenze aus Koblenz ist mit ihren beiden ersten Lehrlingen, Gerda Weber (l.) und Helga Fries (r.), zur Meisterfeier gekommen. „Der Kontakt ist immer geblieben. Wir waren wie eine Familie“, so die 74-Jährige, für die Hüte zur perfekten Kleiderordnung zählen. „Schade, dass es in unserem kreativen Handwerk Nachwuchssorgen gibt. Dabei ist der Beruf doch eine wunderbare Möglichkeit, die Phantasie auszuleben. Hüte sind aber wieder im Kommen“, ist sie zuversichtlich. Als einen der „schönsten Tage des Lebens“ bezeichnet sie die Überreichung des Goldenen Meisterbriefes. Hannelore Lenze ist eine von drei Meisterinnen, die zur Ehrung gekommen sind. „In 50 Jahren wird es weit mehr Goldene Meisterbriefe für Frauen geben. Heute haben doch die jungen Frauen alle Chancen. Berufstätigkeit muss mit der Familiengründung nicht aufhören“, ist sie sicher. Goldschmiedemeister Erich Hornberger aus Neustadt/Wied erzählt: „Wenn ich nachts nicht schlafen kann, schaue ich, ob es in der Werkstatt meines Sohnes, der den Betrieb übernommen hat, etwas zu tun gibt.“ Sorgenvoll sieht der 82-Jährige die Zunahme von „Billigschmuck überwiegend aus Fernost“. „Auf Touristenreisen wird gekauft und uns bleiben dann die Reparaturen“, sagt er. Ein großes Lob zollt er seiner Frau Elfriede, die ihn zur Ehrung begleitet hat. „Ohne sie wäre ich heute nicht hier. Sie hat mich immer hundertprozentig unterstützt und dem Geschäft die Seele gegeben“, lächelt er.
Foto: Elektroinstallateurmeister Adolf Klein mit Frau Elfriede. Foto: Fotografenmeister Werner Gottwald aus Vallendar mit Ehefrau Christel.
Elektroinstallateurmeister Adolf Klein aus Bad Kreuznach: „Goldene Hochzeit, Goldene Konfirmation, Goldenes Sportabzeichen, Goldener Meisterbrief. Am goldigsten aber ist meine Frau Elfriede!“ Fotografenmeister Werner Gottwald aus Vallendar ist mit Ehefrau Christel gekommen. „Von den technischen Möglichkeiten im neuen HwK-Kompetenzzentrum bin ich fasziniert“, schwärmt er. „Was jetzt im Bereich der Medien alles möglich ist, hätte man nie für möglich gehalten.“ Bis 1997 hat er sein Geschäft geführt. Jetzt fotografiert er immer noch gern. „Ich habe mir erst kürzlich eine Digitalkamera gekauft“, verrät er.

„Im Jahr Ihrer Meisterprüfung 1956 bestand die neue Handwerksordnung nach dem Krieg gerade drei Jahre. Sie haben nach diesen neuen Regeln Ihre Prüfung bestanden. Es war ein Neuanfang, der ein Teil der nachfolgenden Wirtschaftswunderjahre begründete. Die Welt von damals war nicht besser und nicht schlechter als die heutige. Sie war nur anders. Die Schuhmacher, damals das häufigste Handwerk, kämpften gegen die billigere Industrieproduktion. Heute kaufen beispielsweise die Tischler einfache Standardfenster aus Billiglohnländern und konzentrieren sich hier auf anspruchsvolle Spezialanfertigungen. Die Bäcker haben die Filialisierung selbst betrieben, um gegen Brotfabriken zu bestehen. Der Wettbewerb wandelt sich. Was bleibt, das ist die persönliche Qualifikation, um diese Herausforderungen zu bestehen, gemeinsam in einer Handwerksorganisation, die diese Herausforderungen in gleicher Weise aber auch als Chance sieht“, fuhr Scherhag fort. >>>

Steinmetzmeister Heinrich Rech aus Hülzweiler/Saar ist hörbehindert und mit einer Gebärdendolmetscherin zur Meisterfeier gekommen. Der 72-Jährige arbeitet immer noch im eigenen Geschäft mit sieben Mitarbeitern und einem Lehrling. „Früher war die Arbeit sehr viel schwerer, da es kaum Maschinen zur Bearbeitung der Steine gab. Mein verdientes Geld habe ich später immer zuerst in Maschinen investiert. Ich musste mich immer durchbeißen. Dieser Biss fehlt der jungen Generation heute manchmal.“ „Auch in schwierigen Situationen nicht gleich aufgeben, nicht schwarz, sondern vorwärts sehen“, ist sein Rat an die Jugend.
Foto: Steinmetzmeister Heinrich Rech

Herrenschneidermeister Adolf Busch aus Boppard, der die Feier mit Gesang musikalisch umrahmte, betont, dass ständige Weiterbildung heute für einen Handwerker wichtiger denn je sei. „Die Gewichtung hat sich verschoben. Die körperliche Arbeit geht immer mehr zurück. Nicht nur die Hightechmaschinen erfordern Kopfarbeit. Wer in seinem Beruf etwas erreichen möchte, kann sich Stillstand nicht erlauben“, so sein Rat an die junge Generation. Er erzählt, dass er nach Jahren der Selbstständigkeit die Technische Akademie in Hohenstein besucht hat und dann für Entwicklung und Fertigung beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) zuständig war.
Foto: Herrenschneidermeister Adolf Busch

Er verwies auf das neue HwK-Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation. „Sie haben im Grunde vor 50 Jahren nichts anderes gemacht. Bevor Sie ein Möbelstück erstellt haben, haben Sie sich Gedanken über dessen Form, dann über die Herstellung und schließlich darüber, in welchen Schritten das Kunden vermittelt werden kann, gemacht. Die neuen Techniken beschleunigen diese Vorgänge. Wir haben gelernt und lernen weiter, mit diesen Techniken umzugehen. An diesem Handwerksbild haben Sie mitgearbeitet. Der Goldene Meisterbrief dokumentiert, dass Sie in der Kette der handwerklichen Tradition Ihren Beitrag für Ihre Zeit und die Basis für die nachfolgende Zeit geleistet haben.“ Der Kammerpräsident unterstrich, dass es für ihn eine besondere Ehre sei, die Goldenen Meisterbriefe zu überreichen, „weil ich in der Handwerksfamilie gelebt habe, noch heute arbeite und in drei Jahren selbst in den Genuss des Goldenen Meisterbriefes kommen werde.“

Dank an die Handwerksorganisation

Foto: Büroinformationselektronikermeister Hans-Eugen LambertBüroinformationselektronikermeister Hans-Eugen Lambert erinnerte in seinem Schlusswort daran, dass „es in den letzten 50 Jahren galt, viele Hürden zu überspringen, um den Anschluss nicht zu verlieren“. Er dankte den Präsidenten, Hauptgeschäftsführern und den Vollversammlungen, die „die Handwerksmeister nie allein gelassen und mit Rat und Tat unterstützt haben“. „Auch heute erfahren wir noch hohe Wertschätzung. Die Altmeisterfeier ist Grund anzuhalten in unserer schnelllebigen Zeit.“

Mit ihrer Altmeisterfeier hält die HwK Koblenz Tradition und Erinnerung an das Geleistete der Handwerkssenioren lebendig. Ihnen gebührt Dank und Ehre, schrieben sie doch ein Stück Wirtschaftsgeschichte unseres Landes. Der Kammerpräsident lobte das jahrzehntelange Engagement der Altmeister bei der Ausbildung von Lehrlingen und das Heranführen der Gesellen an die Meisterprüfung. Sichtbar bewegt nahmen die Altmeister ihren Goldenen Meisterbrief entgegen.

Infos zur Altmeisterfeier bei der HwK-Meisterakademie, Tel.: 0261/ 398-415,
Fax: -990, E-Mail: meister@hwk-koblenz.de, Internet: www.hwk-koblenz.de

 
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