Wildspezialitäten pur
Fleischer Sascha Rahn verarbeitet Wild aus heimischen Wäldern
„Nach dem Gammelfleisch-Skandal in den letzten Monaten sind immer mehr Kunden für alternative Ernährungsformen offen. Sie interessieren sich für Wildfleisch aus heimischen Wäldern“, berichtet Sascha Rahn aus Montabaur. Der gelernte Fleischer und passionierte Jäger ist seit Oktober letzten Jahres mit einem Wildverarbeitungsbetrieb selbstständig.
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| Fleischer Sascha Rahn hat sich auf die Herstellung von Wildprodukten spezialisiert, die er auch auf Märkten anbietet. |
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Er zerlegt und verarbeitet alle Arten von Wild. Das frische, portionsgerecht zubereitete Fleisch von Wildschwein, Reh und Hirsch sowie diverse Wurstspezialitäten verkaufen er und Ehefrau Anja überwiegend auf Wochenmärkten, beispielsweise in Frankfurt und Montabaur oder auf Wochenendveranstaltungen, so auf dem Michelsmarkt in Nassau. „Wildbret ist sehr mager, reich an Eiweiß, Vitaminen und Mineralien. Das Wild wird vor der Verarbeitung vom Veterinär untersucht. Durch diese EU-Verordnung hat der Käufer die Sicherheit, dass das Fleisch auf Qualität geprüft ist“, so Rahn.
Wildprodukte mit guten Lagereigenschaften
„Das Gros unserer Wurst beinhaltet keine Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker“, berichtet er. Leckeren Hirsch-, Reh- und Wildschweinschinken hat er ebenso im Angebot wie Rehsalami mit Nuss, Rehmettwurst, Wildschweinleberwurst, Hirschknoblauchwurst, selbst gekochter Gulasch in Dosen und andere ausgeklügelte Rezeptideen. „Einige Kunden kommen auch direkt zu unserer Produktionsstätte in Dernbach und kaufen auf Vorrat. Wild ist aufgrund bestimmter Jagd- und Schonzeiten nicht das ganze Jahr frisch zu haben, eignet sich aber gut zum Einfrieren. Rehteile können bis zu 24 Monaten, Hirsch bis zu neun Monaten und Wildschwein bis zu sechs Monaten ohne Qualitätsverlust gelagert werden“, erzählt Rahn.
Der 31-Jährige ist in der Handwerksrolle der HwK Koblenz als Ausbeiner und Fleischzerleger eingetragen. In diesem handwerksähnlichen Gewerbe sieht er eine Marktnische. „Ich habe mich mit den Betriebsberatern der HwK Koblenz vor der Existenzgründung ausführlich beraten. So wurde unter anderem eine Marktanalyse durchgeführt“, sagt der aus Berlin stammende Fleischer. Seit seinem 14. Lebensjahr fasziniert ihn die Jagd. Noch in Berlin erwarb er den Jagdschein. Eine Weiterbildung zum Tierpräparator führte ihn dann in den Westerwald. Hier absolvierte er auch die Ausbildung zum staatlich geprüften Jagdaufseher in Rheinland-Pfalz.
Die Vermarktung des heimischen Wildfleisches will Rahn auch durch Kontakte zu Jägern weiter optimieren. An die 7.000 Kilometer fährt er im Monat mit seinem Verkaufswagen durch die Gegend. „Es dauert mindestens zwei Jahre, bis man sich einen festen Kundenstamm aufgebaut hat. Erschwerend kommt die weit verbreitete Annahme hinzu, dass Wild ein typisches Wintergericht ist. Dabei kann Wild richtig zubereitet auch als leichtes Sommeressen serviert werden“, betont Rahn.
Steckbrief: Wildherzog Rahn, Montabaur
Gegr. 2005 | Fleisch- und Wurstspezialitäten vom Wild | Tel.: 02602/ 838724 | E-Mail: info@wildherzog.de