„Comeback der Werte“
13.-17. 11.: Lehrerinformationstage mit spannendem Programm
Zum 30. Mal bereits lädt die HwK Koblenz zu ihren Lehrerinformationstagen ein. Vom 13. bis 17. November bieten sie Lehrern aller allgemein bildenden Schulen im nördlichen Rheinland-Pfalz einen Einblick in Handwerk und Berufswelt.
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| 1987 (v.r.): Hauptgeschäftsführer Karl-Jürgen Wilbert und Präsident Friedrich W. Becker begrüßen Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Rita Süssmuth und ZDH-Präsident Heribert Späth in Koblenz. |
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| 2000: Die langjährige Leiterin der Pädagogischen Anlaufstelle, Ilka Wilbert (r.), eröffnet die Lehrerinformationtage im Jahr des 100. HwK-Geburtstages. Gast war der damalige Mainzer Bildungsminister Professor Dr. E. Jürgen Zöllner (3.v.l.). |
Die Lehrerinformationstage sind Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert ein wichtiges Anliegen. Er hat sie 1977 in seinem ersten Jahr als Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz gemeinsam mit dem Abteilungsdirektor der ehemaligen Bezirksregierung Koblenz, Martin Decker, aus der Taufe gehoben. Ziel war es, Möglichkeiten der Berufs- und Arbeitswelt für Pädagogen sichtbar zu machen. Lehrer müssen die ihnen anvertrauten Schüler bei der Berufswahl entscheidend beraten. Deshalb ging und geht es auch darum, den Pädagogen mögliche Ausbildungswege im Handwerk sowohl für Gymnasiasten als auch für Benachteiligte aufzuzeigen. Mädchen im Handwerk und die Integration von jungen Ausländern waren und sind ebenso Themenschwerpunkte wie die zunehmende Entwicklung neuer Technologien und Medien sowie Fragen der Gestaltung.
Ilka Wilbert, Gründerin und 20 Jahre Leiterin der Pädagogischen Anlaufstelle (PA) der HwK, hat mit ihrem beispielhaften Engagement die Lehrerinformationstage seit 1980 bis zu ihrem Ausscheiden vor fünf Jahren entscheidend mitgeprägt. Die PA, ebenfalls einzigartig in Deutschland, ist die Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft. Sie ist eine Plattform des Gedankenaustauschs für alle an der beruflichen Ausbildung Beteiligten.
Draht zwischen Schulen, Arbeitsagenturen und HwK
„Die Lehrerinformationstage sind bundesweit beispielhaft für einen wechselseitigen Austausch zwischen Schule, Arbeitsagenturen und Berufsleben. Allein die Größenordnung von jährlich 600 Teilnehmern und die Präsenz von namhaften Repräsentanten aus Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft ist Indiz für die bundesweite Bedeutung. Gäbe es die Lehrerinformationstage nicht schon 30 Jahre, müsste man sie im 31. Jahr neu erfinden“, stimmen HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag und Wilbert in ihrem Fazit überein. Mitveranstalter sind die Schulabteilung bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und die fünf Agenturen für Arbeit im nördlichen Rheinland-Pfalz.
Jährlich besuchen an die 600 Schulleiter und Lehrer die Lehrerinformationstage. 18.000 nutzten bis heute diese praxisnahe Weiterbildung beim Handwerk. Seit Beginn der 80er Jahre kommen regelmäßig hochkarätige Repräsentanten aus Politik, Bildung, Wirtschaft und Kirchen. Mit ihren Impulsreferaten zu aktuellen gesellschafts- und bildungspolitischen Themen geben sie brisanten Zündstoff zu spannenden Diskussionen. Die damalige Bundesfamilienministerin und spätere Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth und der damalige Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Heribert Späth, zählten 1987 ebenso zu den Referenten wie 2002 der Bischof von Trier, Dr. Reinhard Marx. Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz, war 2005 an mehreren Tagen gefragter Gesprächspartner.
Auch Ehrenamtsträger, Handwerksmeister und Betriebsinhaber, alle selbst Ausbilder, zählen regelmäßig zu den Teilnehmern der Lehrerinformationstage. In Diskussionen vermitteln sie den Lehrern ein praxisnahes Bild vom Handwerk und sagen ihnen, was die Wirtschaft von den Schulabgängern erwartet. Gleichzeitig erhalten sie aus erster Hand Einblicke in die Schulrealität.
Informationen aus der Berufspraxis
Doris Ahnen, rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend, betont: „Die Lehrerinformationstage sind ein wichtiger Baustein für die Berufsorientierung von Schülern. Mit dem Angebot der praxisorientierten Weiterbildung können Lehrkräfte spätere Schulabgängerinnen und Schulabgänger frühzeitig und vor allem arbeitsmarktgerecht auf die Berufswelt vorbereiten. Damit erhöht sich für junge Menschen die Chance, erfolgreich in die Arbeitswelt zu starten. Ich freue mich sehr über die Initiative der Handwerkskammer und gratuliere herzlich zum Jubiläum dieser erfolgreichen Tradition.“
„Nur wer gut informiert ist, kann Jugendliche auf dem Weg aus der Schule in den Beruf professionell begleiten. Daher freue ich mich über das abwechslungsreiche Programm der 30. Lehrerinformationstage in der HwK Koblenz, an denen wir als Arbeitsagentur Koblenz sehr gerne mitwirken. Die Chance zum gemeinsamen Dialog mit Lehrern und Berufsberatern werden wir auch in diesem Jahr zum Wohle unserer Jugendlichen gerne nutzen“, so Karl-Heinz Huth, Vorsitzender der Agentur für Arbeit in Koblenz.
„In den Lehrerinformationstagen drückt sich eine ebenso systematische wie kontinuierliche Kooperation der HwK mit allen allgemein bildenden Schulen im Kammerbezirk aus. Die HwK, die das Programm stets in Kooperation mit der Schulabteilung abstimmt und erstellt, baut damit eine wichtige Brücke zwischen Wirtschaft, Handwerk und Schule und hin zur Berufswahlorientierung“, so Wolfgang Redwanz, Abteilungsdirektor der ADD.
„In dem insgesamt einwöchigen Programm folgen gezielte Angebote, in denen Lehrpersonen in Theorie und Praxis Zugänge zur Arbeitswelt angeboten werden. Die Kenntnis technischer und beruflicher Veränderungen und Entwicklungen im Handwerk vermag sowohl den Unterricht inhaltlich und methodisch zu prägen als auch die schulische Beratungstätigkeit. Für mehrere hundert Lehrpersonen findet so jedes Jahr eine vertiefte Beschäftigung mit der Arbeitswelt und ihren Entwicklungen und somit eine kontinuierliche Lehrerfortbildung statt. Möge der Draht zwischen der Handwerkskammer Koblenz und den Schulen des Kammerbezirks auch künftig im Interesse der Schülerinnen und Schüler kräftig glühen“, so Redwanz.
Informationen zu den Lehrerinformationstagen bei der Pädagogische Anlaufstelle, Tel.: 0261/ 398-324, Fax: -989, E-Mail: pa@hwk-koblenz.de, Internet:
www.hwk-koblenz.de
Einladung zu den 30. Lehrerinformationstagen
Den Auftakt der 30. Lehrerinformationstage am 13. November, 9 Uhr, bildet die Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Jürgen Falter, Universität Mainz, zum Thema „Das Comeback der Werte in Gesellschaft und Schule“.
Es geht unter anderem um die Frage, woran sich junge Menschen orientieren und welche Anforderungen daraus an ihre Lehrer und Ausbilder entstehen. Die Auftaktveranstaltung findet auf der Festung Ehrenbreitstein statt. Traditionsgemäß findet auch in diesem Jahr ein Praxistag unter dem Motto „Vom Strich zum Produkt“ statt. In diesem Jahr geht es um „Kreativität + Design = Handwerk“. Thema sind auch Ganztagsschulprojekte. Ein „Förderschultag“ und ein IT-Tag zählen ebenso zum Angebot der Lehrerinformationstage. Themenbezogene Workshops mit Dozenten der HwK Koblenz und praktisches Arbeiten in den HwK-Werkstätten sowie mit Internet, mobiler Robotik und MS-Anwenderprogrammen garantieren Informationen.
Die Lehrerinformationstage sind als Fortbildung anerkannt. Jeder Teilnehmer erhält eine entsprechende Teilnahmebestätigung der HwK Koblenz. In der Lehrer-Info-Zeitung werden die Themen der Lehrerinformationstage aufgearbeitet. Die Lehrer-Info-Zeitung erscheint viermal im Jahr. Sie ist eine spannende Lektüre mit Themen, die speziell für Lehrer und ihre Arbeit mit den ihnen anvertrauten Schülern interessant sind. Sie bringt jede Menge Informationen aus dem Handwerk in die Schulen und schlägt symbolisch Brücken zwischen dem Handwerk und seinem Nachwuchs.