Nachgefragt bei
HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag
Zweieinhalb Jahre hatten die Bauhandwerker das Sagen im Bereich zwischen HwK-Metall- und Technologie- sowie Bauzentrum im Koblenzer Industriegebiet. Ab Montag steht das neue
Kompetenzzentrum für Gestaltung, Fertigung und Kommunikation allen Gewerken offen.
Handwerk Special sprach mit HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag über den Neubau und seine Bedeutung für das Handwerk.
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| HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag |
Herr Scherhag, das neue Kompetenzzentrum besticht rein äußerlich durch durch die Gestaltung des Baukörpers. Was drückt dieser aus?
In der Planungsphase haben wir mit namhaften Partnern als architektonisches Konzept einen zeitlos funktionalen Baukörper in der Tradition des Bauhaus-Stils entwickelt. Der kubische Bau bedient sich moderner Stilelemente, die in Edelstahl, Glas und Beton ausgeführt wurden. Das Äußere spiegelt die Funktion des Inneren wider. Das neue Kompetenzzentrum ist eine Schnittstelle zwischen Gestaltung und Fertigung - deshalb steht es auch zwischen den bisherigen Bildungszentren -, es schlägt die Brücke von der Idee zur produzierten Wirklichkeit - unter Nutzung moderner Kommunikationsmittel. Dabei wird das Gebäude selbst zum Lehr- und Lernmaterial. Die Energiefassade mit intelligenter Leittechnik demonstriert modernste Gebäudesystemtechnik: Sonnenschutz, Tageslichtnutzung, Photovoltaik, winterlicher Wärmeschutz, natürliche Belüftung und Nachtkühlung unterstreichen die Funktion des Neubaus als eine Einrichtung, in der Hightech-Anwendungen für den betrieblichen Alltag vermittelt werden. Wir nutzen die erforderlichen Einrichtungen der haustechnischen Versorgung gleichzeitig als pädagogisches Arbeitsmaterial.
Welche Bedeutung kommt der Gestaltung im Handwerk zu?
Gestaltung ist so untrennbar mit handwerklichem Schaffen verbunden wie die meisterliche technische Fertigung. Das sind zwei Seiten einer Medaille. Ohne gestalterische Auseinandersetzung erreichen handwerkliche Produkte und Leistungen keine Eigenständigkeit und Weiterentwicklung. Ohne manuelle Fertigkeiten und technisches Know-how lassen sich die kreativsten Ideen und Entwürfe nicht verwirklichen. Ohne Kommunikation in ihren vielfältigen Erscheinungsformen erreicht das Produkt nicht den Kunden. Gestaltung im Handwerk bedeutet Vereinigung von Form und Funktion, sie ist Ausdruck von Individualität und Kreativität. Gestaltung ist Marketinginstrument und Verkaufsargument. Genau das drückt der Baukörper aus.
Neben dem Handwerk im Kammerbezirk haben auch Bund und Land für den Neubau des Kompetenzzentrums hohe Investitionen gestemmt ...
Zu den Kernaufgaben einer Handwerkskammer gehören die Förderung von beruflicher Qualifikation und betrieblicher Entwicklung. Beidem dient das Kompetenzzentrum. Mit dem Bau leisten wir - damit meine ich jeden einzelnen unserer Mitgliedsbetriebe - eine nachhaltige Investition in die Zukunftsfähigkeit des Handwerks in unserem Kammerbezirk. Sehr dankbar sind wir für die Unterstützung durch die öffentliche Hand, der gerade in Zeiten knapper Haushaltsmittel eine besondere Bedeutung zukommt. Handwerk, Handwerkskammer, Bund und Land - gemeinsam investieren wir in die Zukunft der jungen Leute, die sich als Lehrling, Geselle oder Meister den Herausforderungen des Marktes stellen und sich das erforderliche Know-how aneignen wollen. Das Kompetenzzentrum ist unser Beitrag zum Erhalt und zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks und des Mittelstandes.