Einstieg ins Handwerk
Mit einigen von 2.140 neuen Lehrlingen im Gespräch
2.140 junge Leute im nördlichen Rheinland-Pfalz haben sich bis zum 31. Juli für eine Lehre im Handwerk entschieden. Bis zum Jahresende, so die Erfahrungen der HwK Koblenz, werden noch eine Vielzahl von Lehrverträgen abgeschlossen und in die Lehrlingsrolle der HwK eingetragen. Und: Noch immer sind über 100 Lehrstellen für 2006 frei. Bereits für 2007 sind schon jetzt an die 100 Lehrstellen gemeldet. In der aktuellen Lehrstellenbörse der HwK werden alle Informationen gesammelt und können im Internet (www.hwk-koblenz.de, Webcode: lehrstellen) abgerufen werden.
Einige Lehrlinge, die am 1. August ins Handwerk eingestiegen sind, stellen wir in dieser Ausgabe auf verschiedenen Seiten stellvertretend für alle Handwerksneulinge vor. Sie erzählen, warum sie sich für einen Handwerksberuf entschieden haben und wie sie die Lehrstelle fanden. Sie sprechen auch darüber, welche Pläne sie für die Zukunft haben.
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| Claudia Stein (l.) und Friedemann Stock (r.) lernen bei Andreas Kimmel. |
Claudia Stein, 17 Jahre, Realschulabschluss, Zahntechnikerin. „Ich habe mehrere Praktika gemacht, war auch in Apotheken und Architekturbüros. Im Dentallabor hat es mir viel Spaß gemacht. Ich bin froh, dass ich den Aufnahmetest bestanden habe. Die kreative Arbeit gefällt mir gut.“ Ausbildungsbetrieb ist die Kimmel Zahntechnik GmbH in Koblenz, bei der auch Friedemann Stock, 20 Jahre, Berufsfachschule, zum Zahntechniker ausgebildet wird. „Büroarbeit langweilt mich. Ich bastle und modelliere gern. Daher ist mein Ausbildungsberuf genau das Richtige für mich. Meine Hausärztin hat mich auf die Idee gebracht. Zahntechniker ist ein angesehener Beruf. Ich freue mich, dass es mit der Lehrstelle geklappt hat.“
Was sagt der Ausbildungsmeister? Andreas Kimmel, Zahntechnikermeister und Geschäftsführer der Firma, möchte durch die Ausbildung „eigenen Nachwuchs heranbilden und so seinen Betrieb jung halten“. „Wir bekommen im Schnitt 25 Bewerbungen pro Jahr. Die Bewerber werden zu einem Auswahltest eingeladen, der praktische Fähigkeiten sowie räumliches Sehen und Zuordnen überprüft. Nach einer Vorauswahl bitten wir die Bewerber zu einem 14-tägigen Praktikum. Wer hier überzeugt, bekommt die Lehrstelle“, so Kimmel. Im Unternehmen arbeiten 58 Mitarbeiter, darunter 5 Lehrlinge, an drei Standorten in Koblenz, Bonn und Andernach.
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| Patrick Krautz (l.) lernt bei Martin Jaeger |
Patrick Krautz, 20 Jahre, Hauptschulabschluss, Orthopädieschuhmacher. „Ich habe schon eine Lehre als Koch angefangen. Das war es aber nicht. Mein Bruder macht eine Lehre zum Orthopädiemechaniker bei der Firma Jaeger Orthopädie und hat mich einmal mitgenommen. Ich habe ein Praktikum gemacht und bekam die Lehrstelle. Der Beruf ist sehr vielseitig und es ist ein gutes Gefühl, behinderten Menschen zu helfen.“ Ausbildungsbetrieb ist die Orthopädietechnik Jaeger GmbH, Lahnstein.
Und das sagt Patricks Chef: Martin Jaeger, Geschäftsführer des Lahnsteiner Handwerksbetriebes, betont, dass drei Viertel der 25 Mitarbeiter in der Firma ausgebildet wurden. Neben „handwerklicher Begabung“ ist ihm die „Teamfähigkeit“ des Lehrlings wichtig. „Ich frage die Gesellen nach dem Praktikum, ob es passt“, sagt er. Hohe Anforderungen im theoretischen Bereich machen seiner Meinung nach den Realschulabschluss eines Bewerbers immer stärker erforderlich.
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| Retano Merlone (r.) lernt bei Volker Knopp. |
Retano Merlone, 15 Jahre, Hauptschulabschluss, Karosserie- und Fahrzeugbauer. „Ich wollte unbedingt mit Fahrzeugen zu tun haben und praktisch arbeiten. 53 Bewerbungen habe ich geschrieben, bis es mit der Lehrstelle bei der Lotz GmbH in Koblenz geklappt hat. Mein Vater ist Schausteller und hat sein Kranfahrzeug bei der Firma reparieren lassen, so kam der Kontakt zustande.“
„Der Junge hat keine Angst, sich schmutzig zu machen. Er kann zupacken und hat beim Praktikum alle überzeugt“, so Fahrzeugbauermeister Volker Knopp, seit 28 Jahren Technischer Leiter im Unternehmen mit 25 Mitarbeitern und Hauptsitz in Bad Ems. „Willen und Fleiß zählen für uns stärker als schulische Abschlussnoten. Ein Praktikum ist in jedem Fall ausschlaggebend für eine Lehrstelle“, fügt er hinzu.
Infos zur Lehre im Handwerk und freie Lehrstellen bei der HwK-Ausbildungsberatung,
Tel.: 0261/ 398-323, Fax: -989, E-Mail: aubira@hwk-koblenz.de,
Internet:
www.hwk-koblenz.de, Webcode: lehrstellen