Friseur und Lebensretter: Andy Rittinger
Im Alltag kümmert sich Andy Rittinger um die Frisuren seiner Kunden. Kommt es darauf an, kann er aber auch anders zupacken - und Leben retten.
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| Friseurmeister Andy Rittinger in seinem Salon in Koblenz. |
Fachbach im Juli 2006. Ein Mann treibt leblos in der Lahn. Beherztes Eingreifen von Personen rettet dem 56-Jährigen das Leben. Bergen, Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzmassage. Geschafft. Unter den Helfern ist Friseurmeister Andy Rittinger aus Koblenz. „Ich war zur richtigen Zeit am rechten Ort und konnte meine Kenntnisse als ausgebildeter Rettungssanitäter anbringen“, erinnert sich der 42-jährige Handwerksmeister an das außergewöhnliche Ereignis an seinem ersten Urlaubstag auf dem Campingplatz an der Lahn. „Durch Ihr beherztes Eingreifen haben Sie ein Leben gerettet“, heißt es im offiziellen Schreiben vom Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Günter Kern.
Ortswechsel. Koblenz, Koblenzer Straße, „Salon Brigitte“. Hier ist der Arbeitsplatz von Andy Rittinger. Mit seiner Mutter, Friseurmeis-terin Brigitte Rittinger, führt er den gleichnamigen Salon. Seit 42 Jahren werden hier Haare gewaschen, geschnitten, geföhnt, geformt und gefärbt. Bartschnitt gehört ebenso dazu - wie auch das Gespräch mit den Kunden. „Die meisten sind Stammkunden. Man kennt sich. Der Plausch ist für viele eine Selbstverständlichkeit, zeigt Vertrautheit, drückt Nähe und Zufriedenheit aus“, betont Brigitte Rittinger.
Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Belange der Kunden gehören für die Friseurmeister zum Berufsbild. „In den letzten Jahren wird darüber hinaus Pflege groß geschrieben. Es genügt lange nicht mehr, die Haare kurz zu schneiden. Die Frisur muss zum Typ passen“, sagt Andy Rittinger. Er hat auch Erfahrungen in anderen Salons gesammelt, so bei Wella und als Leiter der „Gesk-Headline“. Engagiert war er auch im Gesellenprüfungsausschuss der Handwerkskammer Koblenz und über sechs Jahre in der Damenfachgruppe.