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Jahrgänge 1997 - 2007

Die Jahrgänge 1997 bis 2007 stehen in der bisherigen Form zur Verfügung. Die Beiträge sind nach Jahrgang und Ausgabe mit Inhaltsübersicht gegliedert.

Zu erreichen sind sie über

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Als zwei Zentner Mehl noch 65 Billionen kosteten

Erpeler Familienunternehmen backt seit 150 Jahren Brot & mehr

„Die Spezialität des Hauses ist das Erpeler Schwarzbrot, ein fein geschrotetes Roggen-Vollkornbrot. Das Rezept wurde 1923 erfunden, als zwei Zentner Mehl noch 65 Billionen Mark kosteten und der Brotpreis bei 1.200 Millionen Mark lag“, schmunzelt der 30-jährige Bäckermeister und Konditor André Harth aus Erpel.

Foto: Führt mit 30 Jahren das fünf Mal ältere Familienunternehmen: André Harth.
Führt mit 30 Jahren das fünf Mal ältere Familienunternehmen: André Harth.

Mit seiner Mutter Auguste führt er die Bäckerei inzwischen bereits in der 6. Generation. Auch nach 150 Jahren wird hier, wenn auch mit moderner Technik, nach alten überlieferten Familienrezepten gebacken. Eine Tonne Mehl wird pro Woche zu den unterschiedlichsten Backwaren verarbeitet. Neben den Kunden in der Bäckerei, die nicht nur aus Erpel kommen, verwöhnt das Familienunternehmen mit dem Mobilservice auch die Einwohner der umliegenden sechs Dörfer mit Brot aus selbst gezüchtetem Sauerteig und Brötchen. Eis aus eigener Herstellung, ein umfangreiches Angebot an Torten und Kuchen sowie Herzhaftes als Imbiss runden das Angebot ab. Im angeschlossenen Café, das inzwischen auch schon 50 Jahre besteht, können bis zu 100 Personen bewirtet werden. Die Vorderfront des ersten Backofens, die dort in die Wand eingebaut wurde, zeugt von der langen Geschichte des Betriebes.

„Das Frühstücksbuffet am Sonntag zum Preis von 8 Euro 90 wird besonders gern angenommen“, freut sich Auguste Harth. Sie erzählt, dass „die Familie in allen Lebenslagen immer zusammenhält und alle mit anpacken“. In diesem Zusammenhang spricht sie vom Tod ihres Mannes, Bäckermeister Matthias Harth, vor 4 Jahren. „André war in Amerika und hatte dort bereits ein halbes Jahr in einer Bäckerei gearbeitet, um neue Erfahrungen zu sammeln, als er hier plötzlich dringend gebraucht wurde.“

Wie der Vater so der Sohn

André erzählt, dass es für ihn von Anfang an klar war, Bäcker zu werden, nicht nur, weil er sich der Tradition verpflichtet fühlte. „Es ist spannend, in alten Dokumenten, die sich in Familienbesitz befinden, nachzulesen und sich in die Zeit zurückzuversetzen, als alles begann. Der Vater hat sein Wissen immer an den Sohn weitergegeben“, sagt er. So baute der damals 44-jährige Firmengründer, Winzer und Bäcker Matthias Harth 1856 eine Backstube mit eigenem großen Backofen. Hier wurden erstmals größere Mengen an Backwaren für die Erpeler Bürger, überwiegend Winzer, Handwerker und Landwirte, hergestellt. Bis 1921 wurden Produkte in der Wohnküche der Familie zum Verkauf angeboten. Der erste Laden entstand dann 1922. Sechs Jahre später wurde eine hochwasserfreie Backstube gebaut. Bis vor 50 Jahren standen noch drei Generationen Harth - Großvater, Vater und Sohn - gemeinsam in der Backstube. Es folgten in den 90er Jahren mehrere Umbauten und Erweiterungen. Das Motto „Qualität aus Tradition“ gilt für die Harths als Triebkraft.

Steckbrief: Bäckerei Harth, Erpel
1856 gegr. Meisterbetrieb | Konditorei und Café | 7 feste Mitarbeiter | Tel.: 02644 / 2794 | Internet: www.baeckerei-harth.de

Anno dazumal: Aus der Chronik 1856

In dem Jahr, als Bäcker und Winzer Matthias Hart seine Backstube gründet, erfindet Werner von Siemens den Doppel-T-Anker als Grundlage für die industrielle Stromproduktion. Es ist das Todesjahr von Heinrich Heine und Robert Schumann. Piraterie wird in der Deklaration von Paris international als illegal geächtet. Und: In Deutschland wird zum ersten Mal überhaupt eine Erdölbohrung durchgeführt.

 
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