Meisterschaft
Spitzenleistungen des Handwerks zum Anfassen
Der Zukunftsfähigkeit handwerklicher Leistung widmet sich die gemeinsam von Landesmuseum und Handwerkskammer Koblenz geplante Ausstellung „Meisterschaft“. Dabei geht es um handwerkliche Spitzenleistungen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz - vom Marsroboter bis zum Präzisionsmessgerät radioaktiver Strahlung für die Forschung.
Die „Meisterschaft“ öffnet am 6. Juli ihre Tore im Landesmuseum auf der Festung Ehrenbreitstein. Zufällig sind Ort und Datum nicht gewählt: Das Landesmuseum Koblenz feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Es hat als einziges technikhistorisches Landesmuseum in Rheinland-Pfalz einen Sammlungsbestand, der sich in großen Teilen der Innovationskraft des Handwerks verdankt, sei es zur Geschichte der Fotografie, dem Möbel- wie auch Fahrzeugbau, Musikinstrumente, Näh- und Schreibmaschinen, lackierte Blechwaren oder Druckerzeugnisse.
Berühmte rheinland-pfälzische Konstrukteure kommen vom Handwerk her und bedienen sich handwerklicher Arbeitstechniken. Sei es als Seiteneinsteiger wie Nicolaus August Otto, der als gelernter Kaufmann den Verbrennungsmotor erfindet; sei es als Techniker und Ingenieur wie August Horch, der seine Karriere mit dem Erlernen des Schmiedehandwerks beginnt. Gleiches gilt für den Möbelbauer Michael Thonet, der seinen legendären Aufstieg mit einer Schreinerlehre beginnt. Ihr Erfolg basiert auf handwerklichen Kenntnissen, gepaart mit gestalterischen Fähigkeiten, neuen Vermarktungsansätzen und ökonomischer Risikobereitschaft.
Hier setzt die Sonderausstellung an. Sie will einen Bogen spannen von ausgewählten historischen Objekten aus dem Besitz des Landesmuseums Koblenz hin zu qualitativ hochwertigen Produkten aus modernen Handwerksbetrieben. Dabei wird ein Schwerpunkt auf den im musealen Sammlungsgut verarbeiteten Werkstoffen Holz, Metall und Stein liegen. Computergestützte Arbeitsabläufe, neue Werkzeuge, Fertigungsverfahren und Informationstechnologien im Handwerk sollen den Ausstellungsbesuchern in „lebenden Werkstätten“ vermittelt werden.
Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt sind innovative, auch unkonventionelle Kommunikations- und Marketingstrategien zur Entwicklung neuer Absatzmärkte. Die Sonderausstellung versteht sich auch als Plattform für Handwerker/Innen und ihre Betriebe, die dank ihrer Qualifikation, ihrer Leistungsbereitschaft und ihrer Fantasie neue Wege gehen.
Zu den anvisierten Zielgruppen zählen bei diesem Thema neben allen, die an zeitgenössischem Handwerk interessiert sind, insbesondere Auszubildende und Berufsschüler, Schüler der Abgangsklassen und Studierende der Fachhochschulen sowie Lehramtsstudenten der Universität Koblenz. Entsprechende Kontakte zu den Ausbildungsstätten existieren bereits.
Das Begleitprogramm zur Ausstellung wird ein umfangreiches pädagogisches Angebot beinhalten, das mit der Handwerkskammer Koblenz konzepiert und auf die angesprochenen Zielgruppen ausgerichtet ist. Daneben wird es bis Mitte November Einzelveranstaltungen geben, die u.a. auch Vorträge und Beratungsangebote umfassen.
In Ergänzung zur Ausstellung erscheint ein bebilderter Begleitband, der neben vertiefenden Einzelbeiträgen einen Firmenüberblick mit entsprechenden Kurzportraits der vorgestellten Unternehmen bietet.
„Meisterschaft“ ab 6. Juli
HwK und Landesmuseum Koblenz präsentieren modernes Handwerk
Mit der „Meisterschaft“ erobert das moderne Handwerk in diesem Sommer die Festung Ehrenbreitstein: Ab 6. Juli startet im Landesmuseum Koblenz mit der „Meisterschaft“ eine Präsentation handwerklicher Spitzenleistung aus dem nördlichen Landesteil. Die Ausstellung ist zunächst bis zum 19. November konzipiert, große Teile werden darüber hinaus in einer vierjährigen Dauerausstellung zu sehen sein. Über 30 Handwerksbetriebe werden sich mit ihren Spitzenleistungen - ob im technischen, gestalterischen oder marketingstrategischen Bereich - an der Ausstellung beteiligen.
Die Bandbreite ist groß: Die aktuellen NASA-Entwicklungen für einen Marsroboter sind zu sehen, gebaut in einem Metallbauunternehmen in Remagen, eines der schnellsten Kfz für den alltäglichen Straßenverkehr (Spitze 360 km/h) gehört dazu, aber auch mit modernsten Verfahren hergestellte Möbel aus Holz, die durch ihr Design bestechen, oder exklusiver Schmuck aus Edelsteinen und Gold haben in der Ausstellung ihren Platz. „Wir setzen mit der Ausstellung eine über 20-jährige Zusammenarbeit fort“, verdeutlichen HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag, Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert sowie Museumsdirektor Thomas Metz. Finanziell wird die Ausstellung über die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur durch das Mainzer Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur gefördert.
Informationen zur Ausstellung "Meisterschaft", Tel.: 0261/ 398-277, Fax: -993,
E-Mail: galerie@hwk-koblenz.de, Internet:
www.hwk-koblenz.de