Koblenzer Handwerk will Duale Studiengänge
HwK-Berufsbildungsausschuss erwartet mehr Beweglichkeit der Fachhochschule
„Eine Verbindung von Berufsausbildung im Handwerk und Bachelorstudium an der Fachhochschule bringt Handwerksunternehmen leistungsstarke Fach- und Führungskräfte und eröffnet jungen Menschen einen praxisnahen und zügigen Karriereweg im Handwerk und darüber hinaus.“
Hierin waren sich HwK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. mult. Karl-Jürgen Wilbert und der Berufsbildungsausschuss der Kammer einig. In den bislang von der Fachhochschule Koblenz vorgelegten Konzepten für Duale Bachelorstudiengänge vermisste der Ausschuss aber etwas Entscheidendes: „Es fehlt die Dualität, die Partnerschaft von zwei Bildungswegen und ihren Lernorten“, so die beiden Vorsitzenden des Berufsbildungsausschusses, Reiner Göbel, IG Metall Koblenz, und Jürgen Günster, Kreishandwerksmeister in Bad Kreuznach. In der Elektrotechnik, aber auch in Fachbereichen des Bauwesens müssten die Fachhochschulen echte Duale Studiengänge statt eines Neben- und Nacheinanders von Studium und Berufsausbildung umsetzen.
Die Inhalte einer beruflichen Ausbildung und eines Fachhochschulstudiums überschneiden und ergänzen sich in Bereichen. Mehr Praxiskompetenz im Studium bietet den jungen Menschen mehr Motivation. Hier setzt das im Hochschulgesetz verankerte Konzept an. Einen großen Vorteil bietet ein Duales Studium auch dadurch, dass die Absolventen einen bundesweit anerkannten Berufsabschluss mit einer Kammerprüfung und gleichzeitig den berufsqualifizierenden akademischen Abschluss eines Bachelors erwerben. Durch die Vermeidung von Dopplungen aus beruflicher und fachhochschulischer Ausbildung kann die Gesamtausbildungszeit verringert werden, also für die jungen Menschen einen echten Zeitgewinn bringen. Dies setzt allerdings eine inhaltliche Verknüpfung und gegenseitige Anerkennung von Leistungen voraus. Hier sah der Ausschuss noch eine deutliche „Entwicklungsarbeit“ hin zur Dualität.
Für ein Duales Studium wird die Carl-Benz-Schule Koblenz eine Berufsschul-Vorlaufklasse einrichten und den Lehrplan mit den Inhalten des Ausbildungsberufs und des Fachhochschulstudiums abstimmen. Die Elektrobetriebe, so Obermeister Christoph Hansen, sicherten hierfür den Jugendlichen schon heute eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Der Ausschuss erwarte daher, dass die Fachhochschule Koblenz zügig ihr Vorhaben umsetze, die Vorlesungen für ein Duales elektrotechnisches Studium im Hinblick auf das Bachelorstudium zu ergänzen.
Informationen zu Dualen Studiengängen aus Sicht des Handwerks bei der HwK-Berufsbildung, Tel.: 0261/ 398-221, Fax: -994, E-Mail: ausbild@hwk-koblenz.de, Internet:
www.hwk-koblenz.de