Arbeitnehmer und Chef
ERN setzt auf innovative Unternehmensstrategie
Der Simmerner Handwerksbetrieb ERN Elektrosysteme Rhein-Nahe GmbH fördert Leistungsfähigkeit und Motivation durch innovative Unternehmensstrategie. 27 der 80 Mitarbeiter sind mit Eigenkapital am Unternehmen beteiligt. Sie sind damit Arbeitnehmer und gleichzeitig Gesellschafter.
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| Mit großem Engagement widmet sich ERN-Geschäftsführer Egon Göttel (r.) mit seinen Meistern der Ausbildung der Elektroniker-Lehrlinge. |
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| Während ein Großteil der Lehrlinge auf den Baustellen im Einsatz ist, steht für Raphael Fischer die Arbeitsvorbereitung mit Elektrotechnikermeister Michael Berg auf dem Plan. |
„Diese Motivation 'Mein Unternehmen' führt zu größter Rentabilität“, weiß Betriebswirt Egon Göttel, Geschäftsführer des mittelständischen Betriebes. „Die Gesellschafter entscheiden nicht nur mit, sondern tragen die Ziele der Geschäftsführer auch in die Belegschaft. Sie stehen voll dahinter“, fügt er hinzu. Als Vorteil der Konstellation führt er hohe Liquidität an und die Möglichkeit, schneller und flexibler, weil Banken unabhängig, auf die Erfordernisse des Marktes reagieren zu können.
Als die Rheinelektra Technik GmbH 2001 ihre Niederlassung in Simmern schließen musste, haben sieben Mitarbeiter aus der Not eine Tugend gemacht. Sie entschlossen sich zur gemeinsamen Übernahme und gleichzeitig Neugründung der Firma, indem sie eigenes Kapital investierten. 2002 kam eine weitere frühere Niederlassung von Rheinelektra dazu.
Dynamische Entwicklung
Das Geschäftsfeld wurde um die Sparte Automatisierungs- und Steuerungstechnik erweitert, parallel erhöhte sich die Zahl der Gesellschafter. Inzwischen bietet das Unternehmen seine Leistungen auf dem Gebiet der Elektroinstallation, Automatisierung-, Schwachstrom- und MSR-Technik, Photovoltaik sowie im Elektrohandel im Umkreis von 200 Kilometern an. Private, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber zählen zu den Kunden. Darüber hinaus werden auch größere Projekte bis zu 2,5 Mio. Euro Auftragsvolumen bundesweit ausgeführt.
Auch in der Ausbildung ist ERN progressiv. Mit 18 Lehrlingen ergibt sich eine bemerkenswert hohe Quote. Acht Lehrlinge wurden aus Firmen, die aus betriebswirtschaftlichen Gründen schließen mussten, übernommen. „Schon jetzt geht die Zahl der Lehrlinge stark zurück. In den nächsten Jahren droht den Betrieben ein Mangel an Nachwuchs. Wir wollen gegen den demografischen Wandel gewappnet sein“, unterstreicht Egon Göttel das Ausbildungsengagement. „Wir müssen Fachkräfte für die Zukunft ausbilden“, betont er. Der Unternehmer ist sicher, dass der Altersdurchschnitt der Belegschaft steigt und die Lücke, die durch das Ausscheiden älterer Arbeitnehmer entsteht, immer schwieriger zu schließen sein wird. „Der demografische Wandel kann das Handwerk teuer zu stehen kommen“, warnt er.
Gesundheit und Weiterbildung obenan
„Mit Jugendwahn hat unsere Ausbildungsoffensive absolut nichts zu tun“, wehrt Göttel energisch ab. Er betont, dass die älteren Arbeitnehmer in das ERN-Unternehmenskonzept voll integriert sind. „Jeder wird seinen körperlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend eingesetzt. Wer die 55 überschritten hat, übernimmt weniger stressige oder körperlich leichtere Aufgaben im Betrieb. Auf Gesundheit und Vorsorge wird bei uns großen Wert gelegt. Wir arbeiten mit Ärzten und Krankenkassen bei konkretem Bedarf eng zusammen.“



Steckbrief: ERN Elektrosysteme Rhein-Nahe
Gegr. 2001 in Simmern | MSR-Technik, Elektrosysteme, Kundendienst, Elektrohandel | 80 Mitarbeiter, 18 Lehrlinge | Tel.: 06761/ 9363-0 | Internet:
www.ern-simmern.de