Meisterbrief: Grundlage für den Schritt in die Selbstständigkeit
Ergebnisse der 20. Meisterbefragung der HwK Koblenz im Vorfeld ihrer Meisterfeier
Bereits zum 20. Mal führte die HwK Koblenz im Vorfeld ihrer Meisterfeier eine Befragung unter den Jungmeistern zu ihren Motiven und beruflichen Perspektiven durch.
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| HwK-Präsident Karl-Heinz Scherhag und ZDH-Präsident Otto Kentzler überreichten bei der Meisterfeier der HwK den Jahrgangsbesten ihre Meisterbriefe. |
Die wichtigsten Ergebnisse: Im Meisterbrief sehen die Befragten auch nach der jüngsten Novelle der Handwerksordnung (HwO) ein Qualitätsmerkmal, das einen beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg erwarten lässt. Unabhängig von den Zulassungsvoraussetzungen nach HwO strebt jeder zweite mit der Meisterprüfung die Selbstständigkeit an, Tendenz wieder steigend. Von den Selbstständigen unter den Jungmeistern bildet bereits jeder dritte Lehrlinge aus. – An der Befragung durch die HwK beteiligten sich rund 400 der Jungmeister.
Zahl der Meisterprüfungen
In den Jahren 2004/05 bestanden 1119 Gesellen in 24 Handwerken ihre Meisterprüfung. Seit Mitte der 1990er Jahre war diese Zahl rückläufig. Ursachen lagen in der demografischen Entwicklung, in der angespannten Situation am Arbeitsmarkt, in der Verunsicherung im Vorfeld der HwO-Novelle und in der Reduzierung der zulassungspflichtigen Handwerke. Angesichts der erkennbar positiveren Konjunkturaussichten wächst die Bereitschaft zur Meisterprüfung seit dem Jahr 2005 wieder an.
Berufsgruppen
Knapp jeder zweite Jungmeister stammt aus einem Metall- oder Elektro-, etwa jeder dritte aus einem Bau- oder Ausbauhandwerk. An der Spitze liegen Elektro- und Kfz-Techniker sowie Feinwerkmechaniker. Einen deutlichen Einbruch verzeichnet das jetzt zulassungsfreie Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk, hier hat sich die Anzahl der abgelegten Prüfungen mehr als halbiert.
Soziologisches
Die Anzahl der Frauen entspricht mit 12 Prozent dem langfristigen Durchschnitt. Dabei weist das Friseurhandwerk eine Frauenquote von rund 90 Prozent auf. Die Jungmeister sind durchschnittlich 29 Jahre alt, Tendenz sinkend durch den Wegfall der verpflichtenden Gesellenjahre. Die durchschnittliche Berufserfahrung zu Beginn des Meisterkurses verringerte sich von 8 auf 6 Jahre.
Wege zur Meisterprüfung
Die Jungmeister weisen höhere Schulabschlüsse auf, der Anteil der Hauptschulabsolventen hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf 28 Prozent halbiert. Mehr als die Hälfte der Jungmeister erwarb die Mittlere Reife. 88 Prozent legten ihre Prüfung im ursprünglich erlernten Beruf ab. 52 Prozent stammen aus einer Familie, in der mindestens ein Elternteil Handwerker ist, bei 44 Prozent sind entweder Mutter oder Vater selbstständig.
Finanzierung
43 Prozent der Meisterschüler bereiteten sich in Vollzeit vor, verbunden mit dem erheblichen finanziellen Aufwand für Lehrgangskosten und Verdienstausfall. Jeder zweite hatte dabei Ehepartner und mindestens ein Kind zu versorgen. Mehr als jeder zweite gab an, dass er Meister-BAföG zur Finanzierung beantragt hatte. Die finanzielle Unterstützung durch den Arbeitgeber gewinnt an Bedeutung (von 6 % auf 10 % gestiegen).
Selbstständigkeit
Parallel zur konjunkturellen Entwicklung ist der Anteil der Gründungswilligen auf 50 Prozent angestiegen. Von ihnen gingen bereits 43 Prozent in die Selbstständigkeit oder planen dies innerhalb des nächsten Jahres. Weitere 26 Prozent wollen später einen Betrieb gründen. Der Anteil derer, die den elterlichen Betrieb übernehmen möchten, wächst wieder und liegt bei 30 Prozent (+ 5%). Auch die Zahl der Jungmeister, die eine externe Übernahme oder eine Teilhaberschaft anstreben, ist von 24 auf 27 Prozent gestiegen.
Beratung
Die bereits Selbstständigen sind mit der Betreuung durch ihre Hausbank sehr zufrieden. 56 Prozent geben eine Sparkasse an, die Genossenschaftsbanken gewinnen mit 33 Prozent (+ 8 %) wieder an Bedeutung. 38 Prozent der Selbstständigen haben öffentliche Fördermittel erhalten. Mehr als die Hälfte der Jungmeister nimmt die HwK-Betriebsberatung in Anspruch, vornehmlich zu Finanzierung, Steuern und Versicherungen, Umsatz- und Ertragsplanung, Markt- und Standortanalyse.
Die 20. Meisterbefragung der HwK Koblenz ausführlich unter
www.hwk-koblenz.de