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Ab dem Jahrgang 2008 ...

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Jahrgänge 1997 - 2007

Die Jahrgänge 1997 bis 2007 stehen in der bisherigen Form zur Verfügung. Die Beiträge sind nach Jahrgang und Ausgabe mit Inhaltsübersicht gegliedert.

Zu erreichen sind sie über

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Gelebte Automobilgeschichte

Armin Decker: 48 Jahre als Mitarbeiter und davon 33 Jahre als Meister
bei Schilling Automobile

„Geht’s der Firma gut, geht’s auch mir gut“, lautet der Wahlspruch von Armin Decker, den er sich mehr als 48 Jahre - 33 davon als Meister - Tag für Tag im Koblenzer Kfz-Unternehmen Schilling erfüllte.

Foto: Die Geschäftsführung mit Thomas, Rolf und Dorothee Schilling (v.l.) sowie Kundendienstleiter Markus Keller, Verkaufsleiter Wolfgang Nehls und Altmeister Willi Bermel (v.r.) verabschieden Armin Decker in den wohlverdienten Ruhestand. Der Lloyd links im Bild stammt aus den frühen Berufsjahren von Armin Decker. Die Geschäftsführung mit Thomas, Rolf und Dorothee Schilling (v.l.) sowie Kundendienstleiter Markus Keller, Verkaufsleiter Wolfgang Nehls und Altmeister Willi Bermel (v.r.) verabschieden Armin Decker in den wohlverdienten Ruhestand. Der Lloyd links im Bild stammt aus den frühen Berufsjahren von Armin Decker.

Am 1. April 1957 tritt der Bopparder Junge seine Lehre im Betrieb von Gottfried Schilling am Fuße der Koblenzer Karthause an. Borgward, Goliath und Lloyd heißen die traditionsreichen Automarken der damaligen Zeit. Es sind Fahrzeuge mit tragender Holzkarosserie, Lloyd baut die ersten synchronisierten Getriebe, deren „technische Ausführung einfach sensationell war“, erinnert sich Armin Decker. „Mit 1,75 D-Mark Stundenlohn war ich als Geselle bestbezahlter Monteur.“ Neben dem Gesellenbrief gab es damals noch ein Lehrzeugnis vom Chef. 1959 zog die Marke Renault bei Schilling Automobile ein.

Fortschritt verändert auch Menschen

Im August 1972 besteht Armin Decker seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Koblenz und wird Betriebsleiter in der Werkstatt. Es folgen gut drei Dutzend technische Lehrgänge beim Hersteller zu Motoren, Modellen und Diagnosetechnik, die Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit oder die regelmäßigen AU-Schulungen bei der HwK. Gut 200 Lehrlinge bildet er in all den Jahren im Kfz-Handwerk aus „und aus den meisten ist etwas geworden, darunter etliche Meister und Ingenieure“.

Der Senior wirkt nachdenklich: „SOS - Sauberkeit, Ordnung, Sicherheit war immer unser Motto. Je mehr den Jugendlichen geboten wurde, umso schwieriger wurde es, sie zu motivieren.“ Er vermisst bei manchen die Zielstrebigkeit und das Durchhaltevermögen. „Feierabend hatten wir, wenn die Autos fertig waren, auch wenn es darüber 22 Uhr wurde. Der Samstag war Arbeitstag, mehr als 40 Wochenstunden ganz normal. In den frühen Jahren ging mein Zug morgens um 6 Uhr und der erste Job war im Winter, den Aufenthaltsraum zu heizen.“

Welten in der technischen Entwicklung

Dabei ist sich Armin Decker bewusst, dass man die Uhr nicht zurückdrehen kann. „Es war eine andere Zeit, im technischen Bereich haben wir Welten durchschritten, besonders durch den Einzug der Elektronik.“ Aus dem Armaturenbrett ist ein Multifunktions-Center geworden, Vergasermotoren sind fast komplett vom Markt verschwunden. „Wir haben Maschinen wirklich noch zerlegt und nachbearbeitet. Heute werden meist nur noch Module ausgetauscht.“ So kurios es auch klingt: „Wir arbeiteten früher nicht unter einem solch hohen Zeitdruck und dennoch war die Arbeitsleistung keinen Deut geringer.“

Drei Generationen hat der rüstige Skat- und Kegelbruder bei Schilling erlebt: „Man kennt sich über die Jahre, das macht die Zusammenarbeit einfach.“ Als die für ihn schönste Zeit empfand er die frühen 1970er, als er nicht nur die Meisterprüfung ablegte, sondern auch seine Frau Helga kennen und lieben lernte, die im Büro beschäftigt war. Armin Decker hat sich noch nicht so ganz an seinen Ruhestand gewöhnt. „Das Auto war mein Leben“, aber nach fast 50 Jahren gelebter Automobilgeschichte widmet er sich jetzt dem Wandern und Schwimmen, Haus und Garten - und seiner Modelleisenbahn.

Begegnung der Generationen

Zur Verabschiedung von Kfz-Meister Armin Decker trafen sich drei Meistergenerationen. Der 78-jährige Willi Bermel aus Koblenz war einer der beiden Lehrmeister von Armin Decker und sein Vorgänger als Werkstattleiter. Seine Meisterprüfung legte er 1956 ab und arbeitete 42 Jahre im Autohaus Schilling. „Wenn ein Teil nicht vorrätig war, haben wir es früher selbst hergestellt. Da war Improvisierkunst gefragt. Bevor die Diagnosetechnik Einzug hielt, haben wir die meisten Fehler am Fahrzeug durch Hören gefunden.“

Der 39-jährige Markus Keller, Kfz-Meister seit 1992, gehört auch schon 22 Jahre zum Hause Schilling und hat bei Armin Decker gelernt. Heute ist er Kundendienstlmeiter in Koblenz. „Früher war es wichtig, dass das Auto fährt, heute, dass es nicht klappert“, umschreibt er eine Veränderung in den Ansprüchen an die Fahrzeuge. „Der Meister ist heute mehr denn je Verkäufer der Werkstattleistung, er steht für die Zufriedenheit des Kunden gerade.“

Zu den Altbewährten im Schilling-Team gehört auch der 60-jährige Wolfgang Nehls, der dort 1960 seine kaufmännische Lehre begann und heute als Verkaufsleiter arbeitet.

„Wertvolle Mitarbeiter“

Nachgefragt bei Rolf und Thomas Schilling,
Geschäftsführer von Schilling Automobile:

Wir haben gute Erfahrungen mit Mitarbeitern gemacht, die bei uns als Lehrling angefangen und dann Jahrzehnte als Meister gearbeitet haben. Sie haben sich in ihrer Arbeit bei uns entwickelt und sind mit dem Unternehmen groß geworden. Das schafft Identifikation und damit die Voraussetzung, Höhen und Tiefen mitzutragen. Unsere langjährigen Mitarbeiter wissen genau, worauf es uns ankommt, sie sind in die Unternehmensfamilie hineingewachsen. Ihre berufliche und menschliche Erfahrung ist ein wertvolles Kapital. Eine Voraussetzung allerdings müssen sie dafür mitbringen: die Bereitschaft, ständig weiter zu lernen.

Steckbrief: Schilling Automobile, Koblenz
Gegr. 1931 | 5 Standorte mit der Marke Renault, 2 mit Nissan | ca. 100 Mitarbeiter (9 Meister, 17 Lehrlinge) | Tel.: 0261/ 80800-0 | Internet: www.renault-schilling.de

 
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