Popstar aus dem Rokoko
Friseurlehrlinge beschäftigen sich mit Mode und Frisuren der Mozart-Zeit
Je mehr Mozart, desto cooler. Auf originelle Art beschäftigen sich Friseurlehrlinge, die sich bei der HwK Koblenz auf ihren Beruf vorbereiten, im Mozartjahr mit dem Jubilar.
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| Haare aufdrehen und nach dem Trocknen jede einzelne Locke um den Finger wickeln: Die Frisurenmode aus Mozarts Zeit wird bei den Friseurlehrlingen als Projekt in der Stilkunde lebendig. |
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| Perücken und Kostüme bringen die Wirkung der Rokoko-Frisuren richtig zur Geltung. |
Was wäre, wenn der Mozart-Style Mode würde? Die angehenden Friseurinnen können sich dies „kaum vorstellen“, probieren aber gern am Modell oder Übungsköpfen Make-up und Frisuren dieser Zeit aus. Sie haben dabei sichtbar Spaß am Schminken und Frisieren nach entsprechenden Vorlagen, dem Umsetzen von nicht alltäglicher Theorie in die Praxis.
Kleine Frisurengeschichte
„Die Tatsache, dass Mozart eine der größten Moderevolutionen der Neuzeit miterlebt hat, findet im Gedenkjahr eher wenig Beachtung“, meint Friseurmeisterin Doris Stein, die bei der HwK als Ausbilderin in der Lehrlingsausbildung arbeitet. „Das Aufeinanderprallen der französischen, zur formalen Perfektion neigenden Rokokomode mit der nahezu ‘gefühlsbetonten’ englischen Mode schlägt sich auch in den Frisuren nieder.“ Frisuren der Mozartzeit sind deshalb Thema einer Unterrichtseinheit. In der theoretischen Gesellenprüfung für Friseure ist Stilkunde fester Bestandteil. „Kein Beruf und keine Mode entsteht aus dem Nichts. Der Friseur muss etwas über die Entwicklung seines Berufes wissen und die wichtigsten Stilepochen und deren Frisuren kennen“, ist Doris Stein überzeugt. Nach dem Motto „Das Leben in vollen Zügen genießen“, gestaltet sie mit ihren Lehrlingen die reizvollen zierlichen Früh- und fantastischen und übertriebenen Spätrokokofrisuren der Frauen.
„Sehr anmutig und weiblich“, so das Urteil der 18-jährigen Julia über die Frisuren der Mozartzeit. „Das Gesicht von kleinen Locken umrahmt, macht einen grazilen Eindruck“, stimmt ihr die gleichaltrige Sarah zu. Arzu findet es spannend, die Frisuren aus der Geschichte wieder „lebendig werden zu lassen“. Die Friseurlehrlinge sind begeistert von der Gestaltungsvielfalt. Sie arbeiten geschickt farbige Federn, Bänder oder Blumen in die Frisuren ein. Sie drehen die Haare auf und wickeln jede einzelne Locke nach dem Trocknen um den Finger, um den charakteristischen Look zu erhalten. Auf die weiße Farbe, die durch Pudern der Haare erreicht wurde und Kennzeichen der Rokokofrisuren ist, verzichten sie allerdings gern.
Spannende Spurensuche
„Vor allem die Hochfrisuren, die in der Spätrokokozeit immer höher wurden und unglaubliche Ausmaße erreichten, verlangen viel handwerkliches Geschick und sind sehr aufwendig“, sind sich die Mädchen einig. Es verwundert sie nicht zu hören, dass das Musikgenie Mozart sich nicht nur der Musik mit Hingabe widmete, sondern auch seiner charakteristischen Zopffrisur. Überliefert ist, dass er dafür keine Perücke verwendete, sondern sich die Haartracht jeden Morgen von seinem treuen Freund und Leibfriseur Sebastian Winter richten ließ.
Die zukünftigen Friseurinnen haben sich gern auf Mozarts Spuren begeben. „Er war ein Superstar und es ist interessant, darüber nachzudenken, wie man in der Disko wohl zur kleinen Nachtmusik tanzen würde. Auf welche Weise würden sich wohl die Manieren der Zeit im Tanz niederschlagen?“, überlegen sie.
Informationen rund um eine Lehre im Handwerk, die aktuelle Lehrstellenbörse und Tipps zur Bewerbung gibt's bei der HwK-Ausbildungsberatung, Tel.: 0261/ 398-323, Fax: -989, E-Mail: aubira@hwk-koblenz.de, Internet:
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