Eine europäische Geschichte
„Goldmeister“ Werner Rousek und die Burg Namedy

HwK-Hauptgeschäftsführer Karl-Jürgen Wilbert überreicht Elektroinstallateurmeister Werner Rousek namens der Handwerkskammer den
Goldenen Meisterbrief. |
Sein Großvater Karl Rousek war Schneidermeister in Prag und kam nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 als Uniformschneider nach Berlin. Die Wurzeln des Familiennamens reichen bis zu den Hugenotten des frühen 18. Jahrhunderts zurück und leiten sich von „Rousseau“ ab.
Wenn Werner Rousek beginnt, aus seinen Erinnerungen und Nachforschungen zu erzählen, wird ein Stück europäischer Geschichte lebendig. Der 76-Jährige lebt in Namedy und erhielt kürzlich seinen Goldenen Meisterbrief - 50 Jahre, nachdem er seine Prüfung im Elektroinstallateurhandwerk abgelegt hatte. Viele Jahre hatte er in verantwortlichen Positionen in der Industrie gearbeitet. „Meinen Meister habe ich aber im Handwerk gemacht, die Handwerkskammer war in Sachen Fortbildung schon in den 50er Jahren eine erste Adresse, als es die Ausbildung zum Industriemeister noch gar nicht gab.“
Aber zurück nach Berlin, wo Werner Rouseks Vater bereits als Kind sehr früh zum Vollwaisen wurde. Auf Fürsprache ihrer Königlichen Hoheit Josephine von Belgien, verheiratet mit Prinz Carl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen, arbeitete er zunächst als Kammerdiener am Berliner Hof der Familie Hohenzollern. Mit Erwerb und Umbau der Burg Namedy durch die Hohenzollern zog auch Karl Rousek an den Mittelrhein um und lebte in dem fürstlichen Anwesen.
Durch die Wirren des 1. Weltkrieges und den baldigen Tod Carl Antons folgte die Auflösung der Hofhaltung in Namedy. Der inzwischen verheiratete Karl Rousek wechselte 1921 in eine Anstellung bei Rasselstein. 1929 kam Werner als jüngster von drei Brüdern auf Burg Namedy zur Welt. 1944 beendete der 2. Weltkrieg seine Schulzeit, er kam an den Westwall.
Zurückgekehrt in die Heimat fand die ausgebombte Familie wiederum Unterkunft in der Burg, die somit auch für Elektroinstallateurmeister Werner Rousek zur Heimat wurde. „Die Geschichte von Namedy“, die mit ihrer Hohenzollern-Burg über Jahrzehnte auch zu der seiner Familie wurde, schrieb er in einem 1998 erschienenen Buch nieder.
| Studiendirektor Helmut Pflug feierte seinen 90. Geburtstag |
Auf ein erfülltes Leben blickt Studiendirektor a.D. Helmut Pflug zu seinem 90. Geburtstag zurück, den er am 23. Januar feierte.
Aufgewachsen in Oberlahnstein studierte er nach dem Abitur Pädagogik in Weilburg. Bevor er als Volksschullehrer in den Beruf einsteigen konnte, wurde er 1937 zu Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht eingezogen. Nach schwerer Verletzung in Russland und Wiedergenesung übernahm er 1946 seine erste Fachklasse an der gewerblichen Berufsschule in Koblenz und blieb bis zu seiner Pensionierung 1977 Berufsschullehrer für die angehenden Kfz-Mechaniker.
1948 übernahm Helmut Pflug den ersten Lehrauftrag in der HwK-Meisterprüfungsvorbereitung und engagierte sich seit 1952 im Meisterprüfungsausschuss für Kfz-Mechaniker. In den folgenden 54 Jahren wurde er in 22 verschiedenen Prüfungsausschüssen tätig und hat bis heute etwa 12.000 angehende Meister in 80 Handwerksberufen geprüft, im Kfz-Handwerk im fachlichen und in den anderen Berufen im pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Teil. |