Nachgefragt - Eingespieltes Miteinander
bei Martina Würker, Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, seit September 2005 Vorsitzende der Geschäftsführung.

Bei ihrem Besuch im HwK-Berufsbildungszentrum Bad Kreuznach übte sich Martina Würker unter Anleitung von HwK-Lehrschweißer Stephan Duldner im Gasschweißen. |
Sie stammt aus Hagen in Westfalen, fand ihr Zuhause in Kiel, wo sie zuletzt für die Geschäftsführung tätig war und nach einem halben Jahr in der Salinenstadt wieder zurückkehrt. „Ich bin ein fröhlicher, aktiver Mensch. Ich lebe und arbeite gerne“, bekennt sie im Gespräch mit Handwerk Special.
Frau Würker, wie schätzen Sie die Situation am Arbeitsmarkt in Ihrem Bereich ein?
Der Arbeitsmarkt im Bezirk Bad Kreuznach ist insgesamt wenig dynamisch. Klein- und Mittelbetriebe dominieren die Wirtschaftsstruktur. Da muss es einen deutlichen konjunkturellen Sprung geben, um auf längere Sicht mehr Arbeitsplätze zu verzeichnen. Auch sind die Folgen des Abzuges der Stationierungsstreitkräfte noch nicht überwunden. Ein Lichtblick ist die Entwicklung auf dem Flugplatz Hahn.
Wo setzen Sie als Vorsitzende der Agentur Impulse?
Mir ist wichtig, dass wir durch professionelles und kompetentes Handeln Arbeitslosen und Arbeitgebern serviceorientiert und schnell bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder einem Mitarbeiter helfen. Dabei werden wir unsere Ressourcen noch gezielter einsetzen. Außerdem will ich in der Öffentlichkeit unsere Arbeit transparenter machen, damit die Bürger die Entwicklungen und Entscheidungen nachvollziehen können.
Welche Aufgaben liegen Ihnen besonders am Herzen?
Jede Aufgabe, die das Ziel hat, Menschen eine Perspektive zu geben, sie in Ausbildung oder Arbeit zu bringen. Besonders leidenschaftlich bin ich dabei, wenn es um die Jungen und um die Älteren geht. Und ich will unsere Arbeitgeber gewinnen. Sie sollen - soweit sie es nicht schon tun - unseren neuen, verbesserten Service ausprobieren. Im Interesse aller brauchen wir die offenen Angebote für Ausbildung und Arbeit.
Lehrstellenoffensive und Chancengarantie 2005 von Arbeitsagenturen und Kammern waren erfolgreich. 2006 wird die Ausbildungssituation weiter angespannt sein. Wo sehen Sie Reserven?
Es gibt noch Betriebe, die ausbilden können und wollen. Sie haben vielleicht noch nicht den passenden Bewerber gefunden. Da können wir - gemeinsam mit den Kammern - weiter aktiv sein. Das braucht einen langen Atem. Wenn es gelingt, zusätzliche Lehrstellen oder Praktika zu erschließen, dann können wir alle das als Erfolg verbuchen. Auch 2006 wird unsere Agentur wieder unterschiedliche Angebote der Berufsvorbereitung, der außerbetrieblichen Berufsausbildung und den erfolgreichen Stützunterricht während der Ausbildung - abH - mit 4,4 Millionen Euro fördern.