Exportschlager
deutsche Wohnkultur
Zuckmeyer-Team sorgt europaweit für schöne Wohnungen

Die Zahl verschiedener Stoffe geht in die Tausende. Jede einzelne Bahn wird durch Daniela Kretschmann (rechts) und ihre Mitarbeiter vor der Weiterbearbeitung geprüft.
Ob Einsatz mit Nähmaschine, Bohrmaschine, Tacker oder Wohnraumgestaltung am Computer - all das gehört zum Raumausstatterhandwerk dazu. |
Das Treiben im Laden dürfte ihr Gefallen. Vom Bilderrahmen an der Wand blickt Henriette Zuckmeyer auf die Kundschaft wie auch die Mitarbeiter des Raumausstatterbetriebes in Hachenburg (Westerwald), den sie vor fast 100 Jahren führte.
Wie damals hat auch heute eine Frau das Kommando über das 1849 gegründete Unternehmen Zuckmeyer Wohnkultur. Viel Tradition in einem Betrieb, der ein Handwerk ausübt, das im ständigen Wandel ist und sich stark an der aktuellen Mode bei der Wohnraumgestaltung orientiert, diese Trends aber auch selbst mitprägt.
Engländer schätzen deutsche Handwerker
Daniela Kretschmann ist gerade aus England zurück. Kein Urlaub, sondern ein Auftrag hat die 32-Jährige auf die Insel gebracht – eine von gut sechs Reisen pro Jahr. Über die Kooperation mit dem renommierten Hausbauer „Huf-Haus“ aus Hartenfels im Westerwald setzt sie im Innenraum Akzente, wenn es der Bauherr wünscht. Das Geschäft in England läuft dabei sehr gut - für Huf wie auch Daniela Kretschmann, die Zuckmeyer Wohnkultur zum Jahresanfang 2001 übernahm. „Die Engländer schätzen die deutsche Handwerksarbeit, die Gründlichkeit und Zuverlässigkeit“, weiß die Raumausstattermeisterin „Englische Handwerker stehen in einem eher schlechten Ruf, was diese Dinge angeht. Für uns ein klarer Marktvorteil, der dort vom Kunden viel stärker honoriert wird als hier bei uns in Deutschland. Wer schreibt denn hierzulande nach der Auftragsabwicklung einen netten Dankesbrief an seinen Handwerker?“, fragt Daniela Kretschmann und freut sich über die Post auf ihrem Schreibtisch, deren Absender im Vereinten Königreich leben.
Traumkarriere: vom Lehrling zur Chefin
„Auslandseinsätze“ gehören für die junge Handwerksmeisterin, die seit über einem Jahr auch Obermeisterin der Raumausstatter-Innung Westerwald ist, zum Alltag. Kunden in Österreich, Irland oder der Schweiz schätzen die Arbeit der Westerwälder, die auch in Deutschland viel unterwegs sind. „Wir haben Kunden von Hamburg bis München – und natürlich viele im Westerwald!“
1992 beginnt Daniela Kretschmann ihre Lehre in dem Unternehmen, das sie nicht einmal 10 Jahre später übernimmt. Die Gesellenprüfung schließt sie nach verkürzter Lehrzeit mit „sehr gut“ ab, startet dann in die Meistervorbereitung bei der HwK Koblenz. Eine Traumkarriere, die sie hinlegt, „doch vom Himmel fiel der Erfolg nicht“, stellt sie klar. 70-Stunden-Arbeitswochen sind für sie normal. „Ein Riesenkompliment mache ich an dieser Stelle meinen 10 Mitarbeitern, unter ihnen zwei Lehrlinge. Auf die kann ich mich immer 100-prozentig verlassen.“
Und so setzt das Team eine Unternehmenstradition fort, mit Daniela Kretschmann an der Spitze, die als erste Unternehmenslenkerin in 157 Jahren keine „Zuckmeyer“ ist. „Das ist Herausforderung und Vertrauensbeweis zugleich“, sagt sie und ist stolz darauf, immer unter den begleitenden Blicken ihrer Vor-Vorgängerin Henriette ...
Steckbrief: Fa. Zuckmeyer, Hachenburg
1849 gegründet Beratung und Umsetzung bei der Wohnraumgestaltung 10 Mitarbeiter, 2 Lehrlinge Tel.: 02662/20 16